Beinachsenaufnahme - rechts sieht man einen höhengeminderten Gelenkspalt (Pfeil) bei O-Bein-Veränderung - die Tragachse zw. Hüftkopf und Sprunggelenksmitte geht innen an der Kniemitte vorbei (rechts > links)

Arthrose

Untersuchung - Diagnose

Nach einer Befragung des Patienten (Anamnese) erfolgt eine gründliche körperliche Untersuchung.

Durch den Einsatz verschiedener Untersuchungstechniken wird der Arzt den Funktionsumfang des Kniegelenkes beurteilen. Eine spezielle Röntgenaufnahme ergänzt die Untersuchung. Da eine liegende Röntgenaufnahme den Eindruck eines guten Gelenkzustandes erwecken kann, sind beim Kniegelenk immer belastete Aufnahmen zur Beurteilung des Gelenkspaltes erforderlich. Oft wird bei bestimmten Fragestellungen eine Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie = MRT-Untersuchung in der Röhre) zur weiteren Differenzierung des Knorpelschadens und der Band bzw. Kreuzbandstrukturen und der Knochendurchblutung durchgeführt. Ferner kommen Ultraschall (Sonographie) und Computertomographie zur Anwendung. Die Untersuchung ist im Normalfall schmerzfrei. Beachtung findet dabei:

  • Kapselschwellung und Gelenkerguss
  • Fehlstellungen
  • Bandstabilität  
  • Bewegungsausmaß
  • Muskuläre Dysbalance, d.h. muskuläre Verkürzungen / Triggerpunkte

In bestimmten Fällen, z.B. bei Verdacht auf rheumatoide Arthritis oder bakterielle Gelenkentzündungen werden zusätzlich Blutuntersuchungen, ggf. auch eine Punktion des Gelenkes notwendig.

Beim Hüftgelenk gibt es einen ähnlichen Untersuchungsgang. Hier sind insbesondere Einflüsse von Veränderungen bzw. Verschleiß der Lendenwirbelsäule zu berücksichtigen. Bei Beschwerden im Bereich der Hüfte sind häufig muskuläre Veränderungen im Sinne von Triggerpunkten zu finden. Ein arthrotisches Hüftgelenk wird durch eine Beugung im Hüftgelenk in eine Abspreizung bzw. Außenrotationsstellung des Oberschenkels oder durch eine Beckenbewegung ausweichen. Eine Innendrehung des Oberschenkels bei 90° Hüftbeugung ist bei fortgeschrittenem Hüftgelenksverschleiß nahezu immer eingeschränkt. Der Schmerz kann in der Leiste, im Gesäß oder sogar nur isoliert im Oberschenkel auftreten!

Bei der Arthrose der kleinen Wirbelgelenke (Facettenarthrose) werden zu weiteren Differenzierung Probeinfiltrationen durchgeführt , d.h. ein bestimmtes Wirbelgelenkspaar betäubt, um so durch die anschließende kurzfristige (Stunden bis wenige Tage) Verbesserung einen Hinweis auf den Entstehungsort zu erhalten.

Diese Patienten klagen über tiefsitzende dumpfe Rückenschmerzen, die ins Gesäß bzw. an die Rückseite des Oberschenkels ziehen können und allgemein schwer zu lokalisieren sind; sie bessern sich eher im Tagesverlauf und bei Bewegung, sie verschlechtern sich bei monotoner Belastung oder nachts beim Umdrehen. Sie gehören zu den unspezifischen Rückenschmerzen im Gegensatz zu spezifischen Rückenschmerzen, wie bei einem Bandscheibenvorfall mit Nervenwurzelreizung (Radikulärer Schmerz), der entlang eines bestimmten Dermatoms ins Bein ausstrahlen kann.