Schlüsselbeinbruch (Claviculafraktur)

Der Bruch des Schlüsselbeins ist eine schmerzhafte Verletzung, die in Folge eines Sturzes auf die Schulter auftritt. Besonders betroffen sind Sportler, die sturzgefährdete Sportarten (Rad, Ski, Fussball…) durchführen.

Das Schlüsselbein ist Verbindungsglied von Brustbein und Schulterblatt und lässt sich gut ertasten.

Der Schlüsselbeinbruch gehört zu den häufigsten Knochenbrüchen. Ein operativer Eingriff ist oft nicht nötig und der Bruch kann konservativ therapiert werden. Sollte dennoch eine Operation unumgänglich sein, sind Sie bei unserem Schulterexperten Dr. Thomas Ambacher in guten Händen. 

Beschwerden

Direkt nach dem Sturz treten starke Schmerzen im Bereich der Bruchzone auf. Aufgrund der ausgeprägten Schmerzen kann das Schultergelenk kaum noch bewegt werden. Bereits das Gewicht des herunterhängenden Armes löst starke Beschwerden aus. Der Arm wird daher vom Verletzten oft mit der gesunden Hand am Körper gehalten.

Diagnostik

Die meisten Schlüsselbeinbrüche kann man bereits bei Betrachtung erkennen, da eine erhebliche Verschiebung der Bruchstücke direkt unter der Haut vorliegt. Das Abtasten der Bruchzone ist stark schmerzhaft und das Reiben der Knochenenden aneinander kann auch zumeist getastet werden. Eine Zielaufnahme des Schlüsselbeins muss zur Beurteilung der Bruchform und zur Planung der weiteren Behandlung angefertigt werden.

Behandlung

Nicht oder nur gering verschobene Brüche können durch eine Entlastung des Armes über 3-4 Wochen behandelt werden. Eine operative Behandlung empfehlen wir bei starker beruflicher oder sportlicher Schulterbelastung sowie Brüchen mit kompletter Verschiebung und übereinanderliegenden Bruchstücken, da die Nachbehandlungszeit verkürzt wird und die Ergebnisse in der Regel günstiger sind. Wir bevorzugen die Stabilisierung mit einer Platte.

Bei der Operation werden die Bruchstücke zunächst wieder in die richtige Stellung gebracht. Hierzu wird zumeist die Haut über dem Bruch auf einer Länge von ca. 10cm eröffnet. Die Stabilisierung der Bruchenden erfolgt durch eine Metall- oder Titanplatte mit mindestens 6 Schrauben.

Nachbehandlung

Der Arm sollte nach der Operation bis zur Entfernung der Fäden noch ca. 2 Wochen in einer Schlinge entlastet werden. Dadurch werden Sie weniger Schmerzen haben und die Wunde kann in Ruhe abheilen. Bereits am 1. Tag nach der Operation kann die Schulter aus der Schlinge heraus bewegt werden. Entsprechende Übungen wird Ihnen der Physiotherapeut zeigen. Nach etwa 2 Tagen können Sie die Klinik verlassen. Ab der 3. Woche kann die Schlinge abgelegt und der Arm ohne Gewichte bewegt werden.

Nach 12 Wochen sind die meisten Brüche stabil ausgeheilt. Die Platte sollte nicht vor Ablauf des ersten Jahres nach der Operation (im Rahmen eines ambulanten Eingriffs) wieder entfernt werden. Komplikationen wie Infektionen, Nichtheilen der Fraktur, oder ein erneuter Bruch nach der Plattenentfernung sind selten.