Wirbelgelenkinjektion

Infolge zunehmender Arthrose der kleinen Wirbelsäulengelenke (im Alter zunehmend) kann es zu chronischen oder akuten Nacken-, Brust- oder Rückenschmerzen kommen. Häufig sind die Schmerzen belastungsabhängig und zeigen keine Ausstrahlungstendenzen in die Arme oder Beine. Sie sind am Morgen meist stärker, nehmen nach anfänglicher Bewegung ab, um dann erneut unter intensiverer Belastung wieder vermehrt aufzutreten.

Die Schmerzen führen nicht selten zu chronischen Bewegungseinschränkungen, wodurch mit der Zeit die Kraft der Muskulatur abnimmt, was den Krankheitsverlauf negativ unterstützt.

Therapie der ersten Wahl sind konservative Behandlungen wie Wiederaufnahme von Bewegung und Sport inkl. Muskelaufbau durch Krafttraining. Wird hierunter allerdings keine Verbesserung der Schmerzsituation beobachtet, bietet die interventionelle Schmerztherapie eine Alternative an.

Durch eine gezielte Therapie der Facettengelenke bzw. der Blockade der versorgenden Nerven an den Facettengelenken können die Beschwerden behandelt werden. 

Durchführung

In Bauchlage wird unter Röntgenkontrolle die Höhe des Wirbelsäulenabschnittes identifiziert. Nach Hautdesinfektion wird unter radiologischer Kontrolle eine Nadel an das zu behandelnde Facettengelenk herangeführt und meist eine Mischung von Schmerzmittel und Kortison in, an und um das Gelenk gespritzt. 

Durch die zu erwartende Schmerzlinderung soll erreicht werden, dass der Patient die so wichtige Bewegungsübungen, Sport und Muskelaufbau sowie ggf. Krankengymnastik wieder aufnehmen kann.

Komplikationen & Nebenwirkungen

Kein medizinischer Eingriff ist völlig frei von Risiken! Bei den Komplikationen und Nebenwirkungen muss man unterscheiden zwischen Komplikationen durch die Einbringung der Injektionsnadel und medikamentenbedingten Nebenwirkungen. 

Zur ersten Gruppe gehören folgende Komplikationen, die in seltenen Fällen trotz größtmöglicher Sorgfalt und Verwendung steriler Einmalmaterialien auftreten können: 

  • Bluterguss im Bereich der Einstichstelle 
  • Missempfindungen im Bereich der Einstichstelle durch ungewollte Verletzung von Hautnerven 
  • Verletzung von Gefäßen und Nerven, möglicherweise mit Blutung innerhalb des Spinalkanals
  • Verlust von Nervenwasser aus dem Rückenmarkskanal mit Kopfschmerzen 
  • sehr selten Infektion der Einstichstelle, der umgebenden Weichteile, des Knochens, der Bandscheiben oder des Spinalkanals 
  • Extrem selten wurden bei Behandlungen der Halswirbelsäule in der Literatur Verletzungen des Rückenmarkes oder der hirnversorgenden Gefäße beschrieben, was zu einer Querschnittslähmung oder einem Schlaganfall (Hirninfarkt) mit bleibenden Schäden führen kann, z. B. Lähmungen, Sehstörungen. Neben oben genannten Komplikationen kann es zu folgenden medikamentenbedingten Nebenwirkungen kommen: 
  • Selten allergische Reaktionen mit Hautausschlag, Juckreiz, Übelkeit etc. bei Überempfindlichkeit gegen Lokalanästhetika, Röntgenkontrastmittel oder Kortisonpräparate (siehe Fragebogen Allergien!) 
  • In der Häufigkeit weit unter 1% anzusetzen sind schwere allergische Reaktionen auf die Medikamente mit Kreislaufschock, Herzversagen, Atemstillstand (siehe Fragebogen Allergien!) 
  • Bezüglich der lokalen Betäubungsmittel sind abgesehen von den seltenen allergischen Reaktionen kaum anderweitige Nebenwirkungen zu befürchten. 
  • Bezüglich der Kortisonpräparate sind bei einmaliger oder seltener Anwendung im Rahmen der üblichen hier durchgeführten Behandlungen kaum Nebenwirkungen zu befürchten. Zu nennen ist vor allem ein vorübergehender Blutzuckeranstieg bei Diabetikern, eine etwas verstärkte Infektanfälligkeit und ein leicht erhöhtes Risiko von Perforationen (Durchbrüchen) bei vorbestehenden Magen- und Zwölffinger- Darmgeschwüren