Arthrose

Die konservative Behandlung

Ziel ist hierbei die Gelenke zu entlasten, um Beschwerden zu reduzieren. Um Knie, Hüfte und Wirbelsäule zu entlasten ist es hilfreich ein Übergewicht abzubauen: laut Studien vermindert sich bei Frauen bei einer Gewichtsreduktion um etwa 5,1 kg über zehn Jahre die Wahrscheinlichkeit für eine Gonarthrose-Entwicklung (Entwicklung eines Knieverschleißes) um über 50%. Ebenfalls belegt ist der positive Einfluss einer Muskelkräftigung der betroffenen Gelenke (insb. Knie). Ferner kommen orthopädische Hilfsmittel wie Unterarm-Gehstützen, Bandagen, Gelenk- und Wirbelsäulenorthesen zur Anwendung. Schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente sowie Knorpelaufbaupräparate (Nahrungsergänzungsmittel) lindern zusätzlich die Beschwerden.


Ferner sind Akupunktur, elektrische und elektromagnetische Stimulation verbreitete Verfahren.

Durch eine Veränderung der Muskulatur mit Verkürzung und Entwicklung von Triggerpunkten können eigenständige Probleme entstehen und den Eindruck einer OP-Notwendigkeit erwecken. Hier jedoch gibt es oft effektive Möglichkeiten das Beschwerdebild durch eine Triggerstoßwellentherapie zu verbessern und den OP-Zeitpunkt, insbesondere bei jüngeren Patienten heraus zu zögern, obwohl die Röntgenbilder als schlecht bzw. als fortgeschritten verändert eingestuft werden. Studien belegen einen positiven Effekt auf den Beschwerdeverlauf durch einen muskulären Aufbau der kniegelenkübergreifenden Muskulatur.

Als spezielle und intensivere Maßnahmen kommen folgende Therapieformen zu Anwendung:

  • Triggertherapie-Triggerpunkttherapie:

    • Behandlung von myofaszialen Schmerzsyndromen, die u.a. als Auslöser oder Verstärker eines Verschleißzustandes an den Körpergelenken angesehen werden können >(siehe Triggerstoßwellentherapie)<

  • Hyaluronsäure-Injektionen:

    • wirkt positiv auf Bildung und Verteilung der (körpereigenen) Gelenkflüssigkeit
    • Verbesserung der Beweglichkeit bzw. der Gleitfähigkeit und der Dämpfungseigenschaft
    • Schmiereffekt wirkt schützend zur Vermeidung von weiterem Verschleiß

  • ACP-autologes konditioniertes Plasma (autologous conditioned plasma):

    • durch Blutentnahme und Zentrifugation werden Wachstumsfaktoren gewonnen, die ins Knie gespritzt werden
    • Förderung der Zellbildung von knochen- und knorpelaufbauenden Zellen (Proliferation der Osteoblasten und Chondroblasten)
    • Verbesserung der Matrixbildung (z. B. Kollagen-, Proteoglykanproduktion)
    • Stimulation der Angiogenese und Chemotaxis (Stimulation der Gefäßneubildung zur lokalen Durchblutungsverbesserung und Förderung / Beschleunigung von biologischen Prozessen

  • Facettentherapie (Facettenspritzen - Facettendenervation) im Bereich der Wirbelsäule:? (Therapie der kleinen Wirbelgelenke)

    • Bei leicht- bis mittelgradigen verschleißbedingten Veränderungen der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) werden u.a. auch Spritzen mit Hyaluronsäure eingesetzt. Bei höhergradigen Veränderungen (Facettenarthose) können die betroffenen kleinen Wirbelgelenke auch mit Wärme verödet werden (siehe Bild rechts); dies geschieht ambulant ohne besondere Betäubung unter sterilen Bedingungen.