Akupunktur

Akupunktur- Heilen mit feinen Nadeln

Die über 3000 Jahre alte Technik der Akupunktur und Moxibustion (Wärmebehandlung) ist ein Teilbereich der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), diese wiederum ist nur ein kleiner Teil eines philosophischen Gesamtsystems.
In unserer modernen westlichen Medizin hat davon bisher allerdings nur die Akupunktur in größerem Ausmaß Eingang gefunden und dies erst nach vielen Jahren des Wiederstandes durch die klassische Schulmedizin.
Während es auf der einen Seite Fanatiker gibt, die die Akupunktur als Universaltherapie verkaufen, gibt es auf der anderen Seite Kollegen, die diese Art der Therapie als Scharlatanerie ablehnen. Beides ist falsch. Die Akupunktur ist sicherlich kein Allheilmittel, sie kann jedoch die Selbstheilung des Körpers anfeuern und damit gestörte Funktionen wiederherstellen und Schmerzen lindern.
 

Wirkung der Akupunktur

Die Wirkung der Akupunktur ist wissenschaftlich noch nicht zu 100 % bewiesen. Aus vielen 1000 Untersuchungen konnten jedoch in den letzten Jahren viele Erkenntnisse besser erklärt werden, zum Beispiel die Tatsache, dass Schulterschmerzen von einem bestimmten Punkt auf dem Unterschenkel aus besonders gut behandelt werden können, von einem anderen Punkt knapp daneben allerdings nicht.

Folgende Wirkungen sind wissenschaftlich gut belegt:

  • Beeinflussung des nervösen und reflektorischen Systems
  • Beeinflussung des endokrinen Systems d.h. Einfluss auf die Cortison- und Serotonin Produktion
  • Einfluss auf die Gefäße d.h. auf die Blutzirkulation
  • Wirkung auf die Muskulatur, Muskelspannung, Muskeltonus
  • Wirkung auf das Immunsystem.

Behandlungsablauf

Es gibt verschiedene Arten der Akupunktur, am häufigsten sind sicherlich heute die Körperakupunktur sowie die Ohrakupunktur vertreten. Dabei werden meist zwischen fünf und zehn Nadeln an ganz spezifische Punkten des Körpers gesetzt, diese liegen auf den so genannten Meridianen und sind nach der traditionellen chinesischen Medizin bestimmten Organen oder Körperregionen zugeordnet.
Die meisten Patienten empfinden meist schon nach der ersten Behandlung ein angenehmes und entspannendes Gefühl. Die heilende Wirkung kommt unter anderem durch den stimulierenden Reiz der Nadeln zustande, welche im Gehirn eine vermehrte Ausschüttung von schmerzlindernden Substanzen auslöst.

Aus der Geschichte ist bekannt, dass auch im Ursprungsland China die Akupunktur nicht immer ihren heutigen Stellenwert besaß. Während zum Zeitpunkt der Ming-Dynastie etwa 16./17. Jahrhundert die Akupunktur ihren Höhepunkt fand, wurde sie im 19. Jahrhundert von der westlichen Medizin im Zuge der Modernisierung verdrängt. Heute allerdings muss ein Medizinstudent in China in seinem fünfjährigen Studium mindestens ein Jahr die traditionelle chinesische Medizin erlernen.

In der Orthopädie ist die Akupunktur heute in nahezu allen Bereichen der Gelenk- und Muskelschmerzen einsetzbar. Auch die Kostenübernahme über die gesetzlichen Kassen ist in Teilbereichen möglich, dies ist allerdings beschränkt auf bestimmte Indikationen wie zum Beispiel chronische Wirbelsäulen- und Kniebeschwerden. In der Anwendung haben sich 8-10 Sitzungen im Abstand jeweils von 3-4 Tagen als sinnvoll erwiesen, pro Behandlung sind circa 30-40 Minuten einzuplanen. Einzelheiten über die Anwendungensind mit dem behandelnden Arzt jeweils zu besprechen.