Hallux rigidus

Der Hallux rigidus ist eine abnutzungsbedingte, schmerzhafte Bewegungseinschränkung der Großzehe im Grundgelenk bis hin zur einer Versteifung. 

Der primäre Hallux rigidus, auch als Hallux limitus oder Hallux non extendus bezeichnet, tritt häufig einseitig auf. Ein Beginn der Beschwerden findet sich häufig bereits schon in der Jugend.

Männer sind beim Hallux rigidus dabei häufiger betroffen als Frauen

  • Ohne Behandlung führt dies zur Einsteifung des Großzehengrundgelenks.  Vorstadien dieser Erkrankung werden auch als Hallux limitus bezeichnet.
  • Das Abrollverhalten des Fußes ist schmerzhaft eingeschränkt, die Belastbarkeit ist bei längeren Gehstrecken erheblich herabgesetzt.
  • Bei der Betrachtung des Fußes fällt häufig ein verdicktes Großzehengrundgelenk auf.
  • aufgrund der schmerzhaften Einsteifung,  insbesondere beim Abrollen des Vorfußes, muss das Großzehengrundgelenk entlastet werden. Entsprechend sind hier langsohlig versteifte Einlagen nach Maß erforderlich.
  • Eine Ballenrolle unter dem (vorderen) Schuh ermöglicht zudem eine Entlastung des Fußes.

Einleitung

Unter dem Begriff Hallux rigidus versteht man in der Medizin eine arthritische Veränderung des steif gewordenen Großzehengrundgelenks.

Durch die zunehmende Versteifung entsteht eine Störung der normalen Abrollbewegung des gesamten Fußes. Es handelt sich demnach vornehmlich um eine abnutzungsbedingte Erkrankung des Fußes, die zu enormen Bewegungseinschränkungen führt und die betroffenen Patienten aus diesem Grund sehr belastet.

Im Gegensatz zum Hallux valgus sind vor allem Männer von einem Hallux rigidus betroffen. Ein genaues Alter, in dem diese arthritische Erkrankung vorkommt, lässt sich nicht definieren, denn unter allen Altersstufen sind zahlreiche Fälle bekannt.

Das Anfangs- oder Vorstadium des Hallux rigidus wird Hallux limitus genannt.

Ursachen

Ein Hallux rigidus entsteht in vielen Fällen aus vollkommen unbekannten Gründen, häufig wird angenommen, dass der genaue Grund für die Entstehung dieser Erkrankung aus einer Kombination zwischen:

  • genetischen (also erblich bedingten) Faktoren und
  • Fehlverhalten des Betroffenen besteht.

Außerdem können kleinste Verletzungen (sogenannte Mikroverletzungen), die zur Schädigung des Knorpels und somit zur Arthrose führen Ursache eines Hallux rigidus sein.
In vielen Fällen ist ein Hallux rigidus eine Begleiterkrankung einer Gicht.

Symptome

Auf Grund der zunehmenden Abnutzung und der andauernden Fehlbelastung des Fußes leiden die meisten Betroffenen unter starken Schmerzen.

Zudem wird die Beweglichkeit im Verlauf dieser Erkrankung mehr und mehr eingeschränkt.

  • Zu Beginn zeigt sich ein Hallux rigidus vor allem durch eine eingeschränkte Streckfähigkeit der Großzehe im Großzehengrundgelenk, wodurch die normale Abrollbewegung des Fußes limitiert wird.
  • Im weiteren Verlauf kommt es häufig zu einer kompletten Versteifung der Zehe in Beugeposition.
  • Darüber hinaus entstehen im Zuge dieser Erkrankung entzündliche Prozesse und Schwellungen der großen Zehe.
  • Viele Patienten erzählen, dass sie die ersten Symptome des Hallux rigidus durch eine zunehmende Bewegungsfreiheit in ihren einst passenden Schuhen wahrgenommen haben. Dieser Platzmangel im Schuh des betroffenen Fußes habe dann im Laufe der Zeit zugenommen.
  • Die Entzündung der Großzehe und schmerzbedingte Meidung von Bewegungen der Zehe führen anschließend zu einer Versteifung des Gelenkes, Laufen und Stehen wird für die betroffenen Patienten zunehmend schwieriger und unangenehmer.
  • Besonders längere Gehstrecken können kaum noch durchgehalten werden.

Desweiteren führt die Fehlstellung der Zehe im Großzehengrundgelenk zur Bildung von dicken, unschönen Spornen.
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Therapie

Die Behandlung des Hallux rigidus gliedert sich grob in eine konservative und eine operative Therapie.

Welches Verfahren beim einzelnen Patienten zur Anwendung kommt, muss anhand der Ausgangssituation vom behandelnden Arzt abgewogen werden.

1. Konservative (nicht- operative) Therapie

Gerade in frühen Stadien der Erkrankung kann meist auf eine chirurgische Therapie verzichtet und auf eine rein nicht- operative Behandlung zurückgegriffen werden.

  • Flache Schuhe mit speziell angefertigten Abrollhilfen können dabei helfen das Großzehengrundgelenk während des Gehens effektiv zu entlasten und das Fortschreiten des Hallux rigidus einzudämmen.
  • Außerdem können entzündungshemmende Arzneimittel (sogenannte Antiphlogistika) eingenommen oder direkt in das betroffene Gelenk eingebracht werden.
  • In vielen Fällen wird dem Naturheilmittel ?Teufelskralle? eine positive Wirkung auf die entzündlichen Prozesse während eines Hallux rigidus Leidens zugesprochen.
  • Das Mittel wirkt in diesem Zusammenhang lindernd auf die Symptomatik, vor allem die Schmerzen, des Hallux rigidus.
  • Auch eine Hyaluronsäure- Injektion direkt in das Großzehengrundgelenk kann die Schmerzen und die Bewegungseinschränkung der betroffenen Patienten lindern und sich somit positiv auf das Befinden der Patienten auswirken.

2. Operative Therapie

Neben der nicht- operativen Therapie können auch chirurgische Behandlungsmaßnahmen notwendig werden, um eine anhaltende Besserung der Symptomatik zu erzielen.

Zu den angewandten operativen Verfahren gehören die sogenannte:

  1. Cheilektomie
  2. Prothesenversorgung
  3. Teilresektion (Teilentfernung)
    und
  4. künstliche Versteifung des betroffenen Gelenkes.

Während der sogenannten Cheilektomie wird der rosendornartige Sporn, der im Zuge eines Hallux rigidus entsteht abgetragen und die Knochenkanten im Anschluss geglättet. Um die Streckfähigkeit im Großzehengrundgelenk wiederherzustellen können verklebte Sehnen gelöst werden.

Darüber hinaus muss unter bestimmten Umständen über die Entfernung eines Teiles des Großzehengrundgelenkes nachgedacht werden. Die Operation nach Keller-Brandes, bei der ungefähr 1/3 des Grundgliedes der Zehe entfernt wurde, wird heute nicht mehr empfohlen.

In fortgeschrittenen und/ oder sehr schweren Fällen des Hallux rigidus kann ein biokompatibles Kunstgelenk eingefügt werden.

Jedoch sind die möglichen Risiken einer solchen operativen Maßnahme vergleichsweise hoch, es kann zu Lockerungen des künstlichen Gelenkes, zu Entzündungen und starken Schmerzen kommen.

In vielen Fälle ist aber eine Versteifung des betroffenen Gelenkes vollkommen ausreichend um dem Patienten nachhaltig Linderung zu verschaffen.

Während der Operation wird eine funktionstüchtige Stellung des Großzehengrundgelenkes rekonstruiert und dieses im Anschluss durch kleine Schrauben oder Klammern fixiert.
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